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Blog 21 | Divide et impera -So profitabilisieren Sie ihre Einlagen

Teile und Herrsche – Der Urheber der lateinischen Redewendung ist nicht wirklich identifiziert. Ob der Vater von Alexander des Großen, Niccoló de Machiavielli oder König Ludwig der XI., alle machten sich die Redewendung irgendwie zu Nutzen. Was das Ganze mit Ihrem Gesamtzinsbuch zu tun hat? Seien Sie gespannt.

Insbesondere die Römer verfolgten lange Zeit die „Teile-&-Herrsche-Taktik“ in vielen ihrer Kriege: Erst den Gegner entzweien um ihn dann zu zerschlagen. Viele Siege der Römer, nicht immer, aber oft.

Was das ganze mit der Bank zu tun hat? Ähnlich wie zum Ende der Blütezeit Roms sind auch im Banking die Herausforderungen riesig. Und heute noch wird darüber spekuliert, ob Rom an der eigenen inneren Schwäche oder aber infolge übermächtiger Gegner zerfallen ist. Entdecken Sie Parallelen?

Keine Angst es folgt nun keine Aufzählung der ungünstigen Rahmenbedingungen von Regulatorik bis Nullzins oder den übermächtigen Gegnern von Digitalisierung bis Wettbewerbsdruck.

In diesem und in den Folgebeiträgen  geht’s um die praktischen Stellschrauben in Ihrem Gesamtzinsbuch und der Gesamtbanksteuerung rund um die Herausforderungen: Einlagenprofitabilität, Vergabe 15jähriger Darlehen, Fristentransformation im SREP- und/oder IRRBB – Regime, oder auch dem Umgang mit dem Depot A im aktuellen Spannungsfeld von Nullzins und Leverage-Ratio etc.

Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach…

Zugegebenermaßen, die Ausgangslage ist bescheiden. Zu wenig Ressourcen, zu viele Themen! Unschön aber leider wahr. Im Übrigen wird es am Ende ohnehin niemanden interessieren ob Ressourcenengpässe der Grund des Scheiterns waren oder nicht. Es geht darum das Scheitern zu verhindern. Und zwar mit aller Kraft.

Elementar in diesem Kontext ist wie die Gesamtgemengelage aussieht und wie sie beherrscht werden kann. Welche Probleme, mit welchen Ertragsauswirkungen und welchem Handlungsdruck?

Ertragskrise in der SELI-Bank

In der Ihnen sicherlich mittlerweile bekannten SELI-Bank stellt sich die Gesamtgemengelage im groben Abriss wie wie folgt dar:folie2

  • Der Zinsüberschuss ist unter Druck. Insbesondere in den nächsten 2 Jahren belasten Bestandsabläufe im Kunden- &  Eigengeschäft die Situation weiter.
  • Die Konditionenbeiträge sind ebenfalls unter Druck.
  • Ist man ehrlich, ist das Einlagengeschäft mittlerweile defizitär; wächst dafür aber aufgrund der Nullverzinsung weiter um wirklich kaum brauchbare „fast-money“-Komponenten.
  • Die Margen der Aktivseiten scheinen gefühlt zwar auskömmlich, erreichen aber lange nicht den notwendigen DB III.
  • Die Zinsbuchsteuerung wirft aufgrund Basel-II-Schock-bedingter reduzierter Hebel und einem fallenden Gleitend-10jahres-Zins
    weniger ab.
  • Das früher sehr ertragreiche Depot A ist mittlerweile eher ein Sammelbecken für HQLA-Papiere und zudem im Volumen deutlich reduziert.
  • Zuletzt befinden sich die Produktkataloge im Kunden- und Eigengeschäft in einer Art Investitionsstarre.
  • Die Risikovorsorgen (Kredit und Wertpapiere) sind aktuelle positiv und scheinen aktuell als „DIE“ neue „Ertragsquelle“ entdeckt worden zu sein.
  • Das Eigenkapital schmilzt infolge zu geringer Thesaurierung eher ab und limitiert die Risikobudgets insbesondere in der Zukunft

Willkommen in der SELI-Bank: Auch wenn das Top-Management und die Mitarbeiter den Handlungsdruck noch nicht voll spüren oder realisiert haben, aber den beschriebenen Aggregatszustand bezeichne ich als Ertragskrise.

Divide et Impera – Insbesondere im Einlagengeschäft

Nun zum Thema „Teile und Herrsche“ – zerlege das eigentliche Problem solange in kleinere und einfachere Teilprobleme, bis man diese einfach lösen kann. Na ja, und dann wird aus diesen Teillösungen eine Lösung für das Gesamtproblem konstruiert. Beginnen wir in diesem Beitrag zunächst mit der Einlagenseite, aktuell einer der größten Herausforderungen unserer SELI-Bank.

Die Einlagen der SELI-Bank

Ein schneller Abriss. Die Einlagensteuerung erfolgt über den Ansatz der gleitenden Durchschnitte. Letztendlich wird die juristische Zinsbindungsdauer des Passivportfolios durch ein Mischungsverhältnis bestehend aus gleitenden Durchschnitten ersetzt. Die Konditionierung der Passivprodukte erfolgt in Abhängigkeit des Replikationsportfolios. Kennen Sie alles – die Herausforderungen auch: In ruhigen Zeiten ein stressfreies Modell, nur: Gleitend bedeutet auch: Sie legen zu historischen Sätzen an, wie das geht? Gute Frage. Das Problem wird drängender, je mehr „fast-money-Gelder“ sich in Ihr Passiv-Portfolio verirren, die Gelder sind schneller wieder weg als Sie da waren. Prämisse „Volumenkonstants“ adjeu. Und zu guter Letzt: Aufgrund deutlich niedriger Opportunitätszinsen der aktuellen Mischungsverhältnisse müsste die Einlagenverzinsung zur Aufrechterhaltung der kalkulierten Marge für einige Produkte schon lange negativ verzinst werden. Aufgrund juristischer, vertrieblicher und liquiditätstechnsicher Faktoren erscheint hier aktuell keine weitere Reduzierung der Passivkonditionen möglich, es herrscht also der sogenannte Nullzins-Floor.

Verlängerung der Mischungsverhältnisse?

Zahlreiche Häuser diskutieren intern gerade die Verlängerung der Mischungsverhältnisse ihrer Passivprodukte. Infolge des dann angestiegenen Opportunitätszinssatzes würde ein steigenden ZKB Passiv zu einer steigenden Produktprofitabilität führen. Eine Reduzierung des Produktzins wäre damit quasi nicht mehr zwingend erforderlich. Wunderbar. Nur, der Bank ist damit nicht geholfen. Der Kniff bringt dem Haus keinen Cent mehr Zinsüberschuss. Vielmehr wird der in der Regel als Residualgröße errechnete Strukturbeitrag zu Gunsten des Konditionenbeitrags belastet.

Fraglich ist zudem inwieweit verlängerte Ablauffiktionen – die ja das Zinsanpassungsverhalten realistisch abbilden sollen- im Falle eines Zinsanstieges überhaupt durchgehalten werden können.

Die Elemente Kapital- und Zinsbindung

Ergänzen Sie Ihrer Methodik der gleitenden Durchschnitte um Elemente der Kapitalbindung, also um die Ermittlung von verschiedenen stabilen Bodensätzen. Ganz sicherlich benötigen Sie hierzu verschiedene statistische Auswertzungen oder mindestens belastbare Expertenschätzungen. Trennen Sie insbesondere die volatilen Anteile (fast money Komponenten) ab. Diese Bestandteile bilden Sie über einen Geldmarktpuffer ab. Das Neugeschäft oder deutliche Teile davon, pricen Sie in keinem Falle über die historischen Sätze. folie3

Sie schaffen letztendlich die folie2 einer getrennten Steuerung von Zins- und Kapitalbindung. Während Sie das über Gleitende Durchschnitte modellierte Zinsänderungsrisiko nahezu in sekundenschnelle über Zinsswaps in jede beliebige Position transferieren und damit steuern können, identifizieren Sie über die Kapitalbindungsdauer ihren wirklichen Impact auf Fundingmix, Bilanz und struktureller Liquiditätstransformation.

Getrennte Steuerung erhöhen Flexibilität und Nutzen

Für Ihre Steuerung eröffnen sich ganz neue Wege z.B. über den Einsatz von Swaptions, Caps, Floors und CMS-Strukturen . Auch die Voraussetzung zur Ableitung eines institutsspezifischen Refinanzierungsmixes wird geschaffen Und wie wir wissen, die Passivseite ist der Wettbewerbsvorteil der Aktivseite.

Während über den o.a. Ansatz letztendlich auch die Frage beantwortet werden kann, für welchen Bestand  eine Negativ-Verzinsung – und damit die Aktivierung des Nullzins Floors- überhaupt erforderlich ist, ist zudem die Frage zu beantworten wie mit einem etwaigen Nullzins-Floor in Steuerung und Bewirtschaftung umgegangen werden soll.

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Und der Nullzins-Floor?

Der Nullzins-Floor entsteht letztendlich über die Festlegung -variable Bestände nicht mit einer Negativ-Verzinsung auszugestalten. Dem Kunde wird dadurch – für die Dauer ihres Entschlusses- eine Zinsuntergrenze (Floor) bei 0,00% zugesprochen. Sie haben ihrem Kunden also einen Floor mit 0,00% geschenkt.

Allein schon der Vergleich mit dem aktuellen 6-Monats-Euribor-Fixing bei -0,24% zeigt, dass der Floor für den Kunden einen nicht unerheblichen Wert haben muss. Wert für den Kunden bedeutet in ihrem Fall, die Zeche zahlen sie als Bank: Immerhin verzichten Sie auf Zinsanpassungen nach unten.

Die Idee des Floors als Zinsbegrenzungsvertrag ist der Erhalt einer Ausgleichszahlung wenn das Fixing des gewählten Referenzzinssatzes eine vereinbarte Untergrenze unterschreitet.

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Für den Erwerb des Floors fallen Kosten an. Je nach Laufzeit und Strike variieren die Preise erheblich. So kostet ein aktueller Floor mit 3jähriger Laufzeit mit Strike 0% in etwa 45 BP p.a. oder 1,40% Upfront.

Love it, change it or leave it

Für das Management ihres Zinsüberschuss bedeutet dies, Sie können die bestehende Zinsüberschusslücke über Konditionenanpassungen vom Kunde „holen“ oder diese über den Derivate-Einsatz am Kapitalmarkt schließen (Kauf Floor). Quasi der Tradeoff zwischen Reputation, Liquiditätsabfluss und Optionsaufwand. Nicht gleich erschrecken.

Zunächst ist es doch hilfreich die Kosten des Nullzins Floors zu bemessen, so schaffen Sie überhaupt eine Basis zur Ableitung von Handlungsoptionen und Maßnahmen. Im zweiten Schritt können Sie dann verschiedene Alternativen quantifizieren und ableiten.

derivatexx – unser Support für Ihre Schlagkraft

folie7Die derivatexx GmbH unterstützt Sie als echter Sparringspartner bei Ihren Themenstellungen im Treasury und in der Gesamtbanksteuerung. Zielsetzung ist, schnellstmöglichst Ihre eigene Schlagkraft –anhand ihrer konkreten Themenstellungen zu erhöhen. Hierzu identifizieren wir mit Ihnen die Handlungsfelder, Entwickeln mit Ihnen die Lösungen, Trainieren Ihre Fachskills und helfen bei der Entscheidungsvorbereitung und Umsetzung. So kommen Sie voran. Neugierig geworden? Kontaktieren Sie uns gerne.

Ihr Dennis Bach,Folie5
Geschäftsführer, derivatexx GmbH, Stuttgart

 

 

 

 

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Blog 20 | No Zins, No Credit? | Free Lunch für Ihr Zinsbuch? – Das Interview

Trotz Zinsanstieg und teilweiser Ausweitung der Creditspreads nutzen nur wenige Bank-Treasurer das aktuelle Zinsniveau zur Durationsverlängerung oder Credit-Investition. Vor dem Hintergrund einer Menge bevorstehender hochverzinslicher Bestandsfälligkeiten im Kunden- und Eigengeschäft ist dies zunächst etwas verwunderlich. Was sind die Gründe? Und gibt es Alternativen zu Long Duration oder Long Credit? Seien Sie gespannt.

Es ist zum Haare raufen…

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es ist noch einmal alles gut gegangen quasi gerade noch von der Schippe gesprungen. Noch im August verharrten die Zinssätze für zehnjährige Zinsswaps bei 0,22%, Staatsanleihen unter der Nullmarke und auch für andere Assetklassen gab es irgendwie nichts. Es war zum Haare raufen.

Und dann Trump sei ausnahmsweise Dank, setzte endlich ein gewisser Zins- und Spreadanstieg ein. Nicht riesig aber in die richtige Richtung. Pühhh.

Limit erreicht! Order gestrichen!

So konnte man im Januar zumindest wieder Zinserträge über Fristentransformation generieren. Nur: Man konnte, hat aber nicht! Quasi Limit erreifolie2cht, Order gestrichen!

Irgendwie scheint Long Duration out zu sein. Die verschiedenen Research-Häuser mahnen zur Vorsicht und sehen weiteren Zinsanstiegsspielraum, nicht nur Inflationsbedingt. Weiterhin herrscht echter (großer) Respekt vor dem Super-Wahljahr 2017: Frankreich, Niederlande, Deutschland, Italien – Keine Experimente, Überraschungen sind out.

Na und zu guter Letzt scheint sich auch noch das Vertrauen in die Schlagkraft der EZB sukzessive aber stetig zu verflüchtigen. Genug Gründe an der Seitenlinie zu verharren.folie3

Trotzdem gibt es ein paar mutige Treasurer und Bankvorstände, die die Credit- und Durationsentwicklungen für sich nutzen wollen. Nur sie „können oder dürfen“ nicht.

Wollen aber nicht dürfen?

Hintergrund ist das letztjährige Weihnachtsgeschenk der Aufsicht an die Banken. So stellt die verhängte Allgemeinverfügung des SREP, u.a. über die Kennziffer des Basel II-Schock , das Zinsänderungsrisiko in den Fokus. Reflexartig reduzieren die Banken Ihre Trafo-Kennziffer und fahren ihre Fristentransformation nochmals zurück. Zielkennziffern zwischen 12-und 15% scheinen sich einzupendeln. Na ja, kein gutes Umfeld für Duration und ein noch schlechteres für den Ertrag.

Aber wie Erträge stabilisieren, Eigenkapitalien thesaurieren und künftige Handlungsspielräume schaffen? Kosteneinsparung ist endlich.

Gesucht:  Free Lunch!

Gesucht: Erträge ohne Duration und Credit-Risiko. Diese wären, natürlich neben Margenausweitungen im Kundengeschäft, die Lösung. So eine Art Free Lunch? Interessant aber unrealistisch?

Der weisse Ritter NBT?

Seit geraumer Zeit machen sogenannte Credit-Basis-Fonds die Runde. Mit Ihrer durationsneutralen und weitestgehend creditrisikofreien Ausrichtung, scheinen die Fonds den Zahn der Zeit zu treffen. Das Ganze noch mit einer Rendite von 2,0 % p.a.

Klingt interessant? Ein Grund das Ganze näher zu betrachten und ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. derivatexx | simplify financial markets hat sich mit Claus Tumbrägel, Vorstand der nordIX AG und Initiator des „nordIX Basis UI“, Fonds näher unterhalten.

Das Interview | Dennis Bach (derivatexx GmbH) vs. Claus Tumbrägel (nordIx AG)

Dennis Bach: Herr Tumbrägel, was sind den bitteschön NBT-Basis-Fonds? Hört sich ein wenig an wie National Basketball League?

Claus Tumbrägel: (lacht) Nein mitnichten, aber mindestens so interessant! Spaß beiseite NBT ist die Abkürzung für Negativ-Basis-Trade.

Dennis Bach: Negative Basis Trades. Das ist doch die Kombination von Anleihen mit Credit Default Swaps (CDS).

Claus Tumbrägel: Korrekt. Im Zuge derartiger Strategien kauft der Investor eine Anleihe und sichert diese gleichzeitig mit einem CDS ab, so dass die Kreditrisiken (Adressausfallrisiken) der Anleihe eliminiert sind. Übrig bleibt eine positive Marge.

Dennis Bach: Aha! Nun klingt es irgendwie nach „free Lunch“.

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Claus Tumbrägel: In gewisser Weise ist das tatsächlich so. Bedingt durch Marktverwerfungen, Illiquidität und Intransparenz bei Unternehmensanleihen gibt es phasenweise Situationen, in denen die Rendite einer Anleihe höher ist, als die Kosten für deren Absicherung des Kreditausfallrisikos über den CDS.

Dennis Bach: Das klingt einleuchtend. Aber ist es richtig, die Anleihenrendite mit dem CDS-Spread zu vergleichen? Der CDS sichert doch nicht das direktionale Risiko? Und was geschieht bei einem Zinsanstieg?

Claus Tumbrägel: Auch da stimme ich Ihnen zu. Im Zuge von Negative Basis-Geschäftenerfolgt der Kauf der Anleihe im zinsvariablen Asset-Swap. Das heißt das direktionale Risiko ist zu jedem Zeitpunkt eliminiert.

Dennis Bach: …und andere Risiken wie z.B. Fremdwährungsrisiken?

Claus Tumbrägel: …werden ebenfalls voll abgesichert. Im Ergebnis gilt: Alleinige Zielsetzung ist, von der Differenz CDS-Spread vs. Anleihenspread zu profitieren. Alle anderen Risiken werden fristenkongruent abgesichert.

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Dennis Bach: Da beginnt mein Treasurer Herz zu schlagen. Wo liegen die Gründe für die Möglichkeiten des Arbitrage-Ansatzes?

Claus Tumbrägel: Negative Basen – (also Situationen, in denen CDS-Spread kleiner Anleihenspread) beruhen letztendlich auf temporären Anomalien und Verwerfungen zwischen Anleihemarkt und CDS-Markt. Typischerweise sind solche Differenzen besonders häufig in einem volatilen oder von Sondereinflüssen geprägten Marktumfeld vorzufinden.

Dennis Bach: Welche Art von Sondereinflüssen können dies sein? Illiquide Märkte oder eher EZB-Käufe.

Claus Tumbrägel: Der EZB-Hunger würde eher zu positiven Basen führen, da sich infolge der andauernden Käufe die Anleihen zunehmend verknappen. Im Ergebnis geraten die Anleihenrenditen zunehmend unter Druck und handeln quasi mit negativen Liquiditätsprämien.

Der CDS-Markt ist mittlerweile sehr liquide wird aber plakativ gesprochen über die Ausfallwahrscheinlichkeiten gepreist, so dass sich im CDS keine preisbeeinflussenden Verknappungsprämien ergeben.

Dennis Bach: Ihr Beispiel mit der EZB ist nachvollziehbar. Da Sie ja Negative Basen suchen, benötigen Sie ja Anleihen mit Spread deutlich über dem CDS. Wer emittiert den sowas?

Claus Tumbrägel: Ein Beispiel für negative Basen wäre z.B. Anleihen von Emittenten ausserhalb des Heimatmarktes, also z.B. die europäische Banca Intesa emittiert in USD. Während der Primärmarkt im Auslandsmarkt gut funktioniert, ist der Sekundärmarkt nach der Primärphase deutlich enger. Hier gibt es dann Gelegenheiten. Die zu finden ist aber nicht einfach.

Dennis Bach: Wie ich verstanden habe, gelingt über die Strategie ohne Durations-, Währungs- oder Kreditausfallrisiko die Vereinnahmung positiver Margen. Müssen die Positionen bis auf Endfälligkeit gehalten werden?

Claus Tumbrägel: Die Anleihen können im Bedarfsfalle bis Endfälligkeit gehalten werden. In einem solchen Fall würde genau die angestrebte Basis (Marge) realisiert werden.

Dennis Bach: …und andernfalls?

Claus Tumbrägel: Erfahrungsgemäß engen sich der Spread zwischen Anleihe und CDS während der Laufzeit ein bzw. die anfänglich negative Basis wird wieder positiv (CDS über Anleihenspread). In einen solchen Fall würde der Ertrag vor Fälligkeit realisiert werden.

Dennis Bach: Herr Tumbrägel, das klingt ja wirklich sehr spannend! Aber Arbitrage-Ansatz bei gleichzeitig voller Absicherung klingt nach verdammt wenig Ertrag. Rechnet sich die Strategie überhaupt?

Claus Tumbrägel:   Ich verstehe Ihre Bedenken. Sicherlich ist diese Strategie nichts für langfristige Buy & Hold-Investoren im Direktbestand. Hintergrund sind zahlreiche notwendige Transaktionen, die Sie durchführen müssen: Anleihe, Zinsswap, CDS, bei Bedarf FX-Hedge und bei vorzeitiger Auflösung alles wieder zurück. Wir präferieren die Abbildung in einem Publikumsfonds, denn Sie natürlich langfristig halten können.

Dennis Bach: …bleibt immer noch die Frage, was man verdienen kann?

Claus Tumbrägel: Natürlich basiert die Strategie auch auf einem gewissen Kapitalumschlag, d.h. zu den Erfolgsfaktoren zählen neben den negativen Basen insbesondere ein aktives Management und höchste Expertise in den Corporate und CDS-Märkten. Im der Regel bleiben wir etwa 4-6 Monate in einer Negative Basis Position investiert, teilweise gelingt es, innerhalb von 12 Monaten in einer Anleihe stetig negative Basis-Geschäfte zu machen und wieder aufzulösen. So erreichen wir insgesamt eine Zielrendite von etwa 2,0 -2,5% für die institutionelle Tranche.

Dennis Bach: Hammerhart! 2,0% Rendite ohne Zinsänderungs- und Kreditausfallrisiko? Wie sieht es mit der EK-Unterlegung im KSA aus? Solva 100 bei Unternehmensanleihen wäre ja auch suboptimal und würde die Säule 1 belasten. SREP again.

Claus Tumbrägel: In der Tat eine gute Frage. Die Eigenmittelunterlegung richtet sich nach der zugrundeliegenden Anleihe bzw. dem jeweiligen Sicherungsgeber.

Dennis Bach: Dies bedeutet ja, dass das jeweilige KSA-Gewicht des Sicherungsgebers (CDS-Kontrahent) in der Regel deutlich geringer sein dürfte, als des Referenzschuldners. in diesem Falle greift also der Substitutionsansatz im KSA? Zudem sind CDS ja ohnehin Cash besichert.

Claus Tumbrägel: So ist es!

Dennis Bach: Lassen Sie mich überlegen. Für Volks- und Raiffeisenbanken, oder auch Sparkassen beispielweise würde dies ja bedeuten, dass das Gesamtpaket (Anleihe & CDS) – sofern der Sicherungsgeber beispielsweise ein Mitglied im entsprechenden Haftungsverbund ist – ebenfalls nullgewichtet sind.

Claus Tumbrägel: Exakt!

Dennis Bach: Lassen Sie mich zusammenfassen: Kein Durationrisiko! Kein Ausfallrisiko! Kein Währungsrisiko! Niedriges KSA-Gewicht! (Substitutionsansatz)! Zielrendite 2,0%. Wo ist der Haken?

Claus Tumbrägel: Wie vorher bereits erwähnt, ist die saubere Abbildung des Fonds nicht trivial. Damit die Substitution durchschlägt, muss der Investor den Fonds in das Risikomanagement einbetten und auf die Positionen durchschauen. Die bisher investierten Banken erhalten das erforderliche Reporting von uns, müssen aber die Abbildung in den eigenen Systemen ermöglichen.

Möglicher zweiter Haken könnten stark steigende Zinsen sein, so dass sich die Negativen Basen temporär etwas Ausweiten könnten. Im Ergebnis kann daraus ein gewisses Fondpreisschwankungen resultieren.

Dennis Bach: Im Zuge einer Durchschau dürfte sich die Frage stellen ob Credit Default-Swaps im aktuellen Produkt- und Märktekatalog des (Bank-Investors) vorhanden sind.

Claus Tumbrägel: Da bin ich bei Ihnen. Ist die Durchführung von NPP´s und die Vermittlung von Fachskills nicht eine Kernkompetenz von derivatexx? (lacht)

Dennis Bach: Herzlichen Dank für das Interview

Claus Tumbrägel: Gerne geschehen.

Wer will findet Wege…

Die Bewirtschaftung der Zinsbücher, Stabilisierung des periodischen Zinsüberschusses und Treasury- und Gesamtbanksteuerung ist kein Selbstläufer mehr. Die bekannten Einflussfaktoren sind bekannt | Lösungen & Handlungsoptionen eher noch nicht.

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Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Blog 19 | Der Tragödie zweiter Teil – und wie Sie 2017 ihr Zinsbuch steuern

Neues Jahr! Neues Glück. Willkommen in 2017. Die Karten werden neu gemischt. Angelehnt an das Goethe Werk Faust II aus dem Jahre 1832 in der Faust zahlreiche verwirrende Handlungen durchlebt – und u.a. Gold durch Papiergeld abschafft – dürfte auch in 2017 die Gesamtgemengelage an den Kapitalmärkten, der Regulatorik und Bankenlandschaft deutlich unübersichtlicher – und deshalb auch schwieriger für ihr Gesamtzinsbuch werden. Da steh ich nun ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor? Wir bringen Licht ins Dunkel. Schluss mit T(D)rag(h)ödie

Los geht’s mit einem echten Knalleffekt. Da hat das Jahr kaum begonnen und wie aus dem Nichts scheinen Marktteilnehmer sich plötzlich auf deutlich steigende Teuerungsraten einzustellen. Mit anziehenden Energiepreisen und wegfallenden Basiseffekten erwarten zahlreiche Häuser nun Teuerungsraten von knapp 2%. So soll die Inflationsrate in Deutschland – gemessen am Verbraucherpreisindex –im Dezember 2016 voraussichtlich 1,7 % betragen.

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Das Ganze dann in einem Umfeld konjunktur-, Trump- & notenbankbedingter Zinssteigerungen in den USA, gewürzt mit ein wenig nachlassender EZB-Ankaufspower und zunehmenden Populismus-Ängsten in Europa.

Die Krönung sind dann noch einzelne Spekulationen hinsichtlich Brexit und gestiegene Risiken eines Wiederauflammens der Eurokrise oder gar Zerfallerscheinungen der Währungsunion.

Differenzierter

Nachdem die Renditen bis auf wenige Ausnahmen, die letzten Jahre nur die eine Richtung kannten, Credit-Spreads bei Banken-, Peripherie und Unternehmensanleihen immer weiter komprimiert wurden und Refinanzierungskosten eher zu einer ertragsreichen Assetklasse mutierten, wird 2017 wohl etwas – sagen wir „differenzierter“.

 

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So schlimm, das Null- und Negativzinsumfeld auch ist, so nervig komprimierte Credit-Spreads auch sind und so schwierig die infolge des EZB-Hungers eingeschränkte Marktliquidität erscheint: 2016 erschien hier doch „nicht nur im geldpolitischen Zusammenhang“ eher locker.

Das Zinsbuch oder Depot A mutiert im dargestellten Szenario nicht gerade zur Ertragsbombe. Trotzdem können immer noch gewisse Transformationserträge generiert werden.

Et lääuuffttt – solange sich die Märkte „ruhig“ verhalten

Solange die Märkte „ruhig“ bleiben und marktbedingte Abschreibungen in der Risikovorsorge damit nicht entstehen, ja sogar eingeplante Einlösungsverluste (Pull-To-Par-Effekte) zunächst ausbleiben, ist die Welt noch „sehr“ in Ordnung.
Wenig Ertrag – Geringes Risiko – Wundervoll. folie3Doch, was ist wenn die Stimmung dreht? Ja, schon klar. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wann werden Sie eigentlich Wie in in Ihrem Zinsbuch tätig? Zu welcher Fraktion gehören Sie?

  1. Et läääuuffftttt (scheinbar)
    Wir steuern dass Zinsbuch passiv auf 10 Jahre gleitend. Die Cash-Flow-Anpassungen erfolgen demnach 1x monatlich. Wen die Zinsen steigen kommt uns das gerade gut gelegen. Wir investieren ja jeden Monat zu gleichen Teilen. Zins- und Credit Spreads tangieren uns kaum. Wir investieren ohnehin nur in unser Kundekreditgeschäft oder im Depot A in kurze Laufzeiten und gute Bonitäten. Außerdem: Hin und Her macht Taschen leer, also nicht übersteuern.

 

  1. Limit erreicht, Order gestrichen

Grundsätzlich sollen Opportunitäten an den Zinsmärkten mitgenommen werden. Das ungünstige an der Sache ist, dass Opportunitäten in der Regel mit volatileren Märkten einhergehen. Und blöderweise weiß vorher Niemand ob der Zinsanstieg letztendlich zur „Baisse“ oder der Zinsrückgang gar zur „Hausse“ wird. Im Zuge von Marktvolatilität diskutieren Sie zwar intensiv und leidenschaftlich, aber weil zahlreiche GuV, regulatorischen & bilanziellen Nebenbedingungen ohnehin zu berücksichtigen wären, Unsicherheiten vorherrschen, oder gar Risiken zur Fehlsteuerung bestehen, machen Sie lieber mal nichts.

  1. Wenn´s Brei regnet, Löffel raushalten

Das Zinsbuch wie auch das Depot A werden quasi „Semi“-Aktiv gesteuert. In Konsequenz bedeutet dies, bei vorherrschenden Marktopportunitäten auch definitiv aktiv zu werden. Im Zuge eines Zinsanstieges soll auch sukzessive investiert werden. Im Zuge von deutlichen Zinsrückgängen einzelne Bestände auch abgebaut werden. Quasi „Kaufe die Prämie, verkaufe den Discount“. Nicht Trading sondern professionelles Management. Sie sind zu jedem Zeitpunkt „Mental bereits in der Zukunft“ und schließen Überraschungen damit weitgehend aus. Bei auftretenden „Events“ setzen Sie vorher geplantes um.

Keep Calm And Carry On?

Erfahrungsgemäß agieren die meisten Häuser nach 1 und 2. Das langfristig erfolgreichere aber auch anstrengendere Vorgehensmodell ist Modell 3. Sie wissen zu jedem Zeitpunkt Was Sie Wann und Wie umsetzen wollen. Welche Bestände Sie auf- abbauen oder absichern wollen. In welchem Volumen, welcher Schrittfolge, mit welchen Instrumenten und zu welchen Marktsätzen.

Sie monitoren nicht nur Ihr Zinsbuch, sondern auch die Märkte. Die Herausforderungen ihrer Gesamtbank sind Ihnen klar. Sie wissen, dass ihr periodisches Zinsüberschuss-Gap vor allem im Flacher-, Konstant- und Invers-Szenario belastet wird. Sie kennen auch die quantifizierten Lücken in den einzelnen Jahresscheiben. Nicht nur deshalb beobachten Sie auch Ihre Schließungszinsen (i.d.R. die 1jahres Forwards) um rechtzeitig und pro aktiv Handlungsmöglichkeiten ableiten zu können.

Nicht nur die Bondrenditen oder gar die Swapsätze sind Ihnen wichtig. Nein, um mental in der Zukunft zu sein, gehören die Forwardsätze zu Ihrem festen Monitoring-Set. Immerhin ist Ihnen klar, dass wesentliche Teile der periodischen Zinsüberschussplanung von den Forward-Rates abhängen (und damit ein gewisser Zinsanstieg in der Planung bereits eingepreist ist). Und wenn dies schon so ist, ergeben sich je nach Zinsniveau sicherlich auch Steuerungsansätze über den Einsatz von Forward-Produkten. Zumindest ist es die Frage wert, welche Forwards der Treiber für Ihren periodisches Zinsänderungsrisiko ist.

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Sei es zur Schließung der Zinspositionen (Zinsbindungsbilanzen) oder zur Absicherung von Depot-A-Beständen oder der Steuerung des Kundenkreditgeschäfts: Go Forward.

In der jüngsten Vergangenheit (Oktober – Dezember) beeinflussten energiepreisbedingte Reflationierungsgedanken die Zinsentwicklung. So zogen im Zuge sogenannter „bearisher Gedankenspiele“ die Renditen über die gesamte Kurve hinweg deutlich an. Mit dem anspringen der Kassazinssätze und einer steiler werdenden Zinskurve ergaben sich damit auch deutliche Änderungen bei den Forward Zinssätzen.

Interessant ist, dass zahlreiche Häuser nun im Zuge der ansatzweise bearishen Entwicklung über Absicherungsstrategien diskutieren. Dabei fällt auf, dass die günstigen Absicherungsniveaus bereits Schnee von gestern sind.

Bei der Entwicklung der Cap- und Swaptions-Preise wird dies sogar besonders auffällig. Hier scheint sich der Markt auf die Möglichkeit auch mal wieder steigender Zinsen einzustellen. Absicherungsstrategien werden dadurch teurer. Ein guter Grund, sich das Gesamtzinsbuch mal näher anzuschauen. Welche Positionen möchte ich noch, welche nicht und welche sollen perspektivisch wie abgesichert werden? The early Bird, catch the Worm.

„Da steh ich nun ich armer Tor, und bin so Klug als wie zu vor:

Ja und was sollen Sie nun tun? Na ja, entweder Sie checken Ihre Gesamtgemengelage in Ihrem Gesamtzinsbuch anhand des dargestellten „Schnell-Checks“ selbst oder wir übernehmen das für Sie:

Ihr Kurzcheck fürs Zinsbuch: Sie oder Wir?

  1. Wo liegen die konkreten Risiken in Ihrem Zinsbuch! Barwertig? Periodisch? Credit-Wise?
  1. Welche Auswirkungen ergeben sich bei Marktveränderungen auf Ihre Risikovorsorge? Die Zinsüberschuss-Lücke vs. Plan (natürlich nur falls Sie eine haben) und welche Auswirkungen ergeben sich infolge der Laufzeitenverkürzung und der Bestandsfälligkeiten im Eigen- und Kundengeschäft. Auswirkungen auf auf Zinsergebnis, (Kredit)Risikovorsorge und Adressrisiko.
  1. Ergeben sich Änderufolie6ngen Ihrer Risikotragfähigkeit bei Marktveränderungen oder infolge von Laufzeitverkürzungseffekten. Welchen Spielraum erlaubt Ihre Risikotragfähigkeit oder Risikotoleranz (auch im Hinblick auf SREP) überhaupt.
  1. Welche Ergebnisbeiträge, Zinsüberschuss oder Risikovorsorge etc. entsprechen Ihrer Zielsetzung.
  1. Welche Möglichkeiten – auch „Unkonventionelle“ – bestehen grundsätzlich um das Ist/ Soll-Gap zu reduzieren? Gelingt dies mit den aktuellen Risikobudgets überhaupt?
  1. Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sind notwendig um die Ziele zu erreichen?
  1. Wer übernimmt die Führung und Verantwortung bei der Entwicklung, Entscheidungsvorbereitung, und Umsetzung eines Maßnahmenbündels?

 

folie7Alles keine Raketenwissenschaft? Stimmt. Nur Komplex. Wir helfen Ihnen dabei. Sie wünschen einen Depot A Schnell-Check? derivatexx | Praxis gelebt, nicht doziert!

 

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Blog 18 | Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel, Weg – die Brandbekämpfung in Ihrer GuV

 Jetzt wird´s brenzlig. Die EZB hat´s geschafft. Am Geld- und Kapitalmarkt dominieren mittlerweile die negativen Vorzeichen. Der Sparer soll nun zahlen und die Geldaufnahme wird belohnt. Ein echtes Training für Ihre Synapsen und vor allem Interessant für Ihr Gesamtzinsbuch und damit für Ihre GuV. Aus Risiko und Ertragssicht wird´s nun richtig heiß. So bekommen Sie Ihren Brand in der GuV unter Kontrolle.

Null und Negativ

Nicht nur die Euribor- und EONIA-Fixings werden mittlerweile unter 0% gefixed. Auch über 10 Billionen Nominalwerte ausstehender Staatsanleihen rentieren mittlerweile in negativem Terrain. Und wenngleich bei den Zinsswaps aktuell eine kleine Yellen-bedingte Gegenbewegung eingesetzt hat, handeln die Zinsswaps bis zu Laufzeiten von 6 Jahren immer noch in negativen Sphären. Selbst zahlreiche Corporate-Bonds fordern dem Anleger nun negative Renditen ab. So gelang es u.a. den Unternehmen Henkel, Sanofi, BASF und der Deutschen Bahn, Schuldverschreibungen mit negativer Rendite zu platzieren.

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Der Fairnesshalber oder eher glücklicherweise, muss man sagen, dass sich das Negativ-Terrain außerhalb der Staatsanleihen vor allem auf die kurzen und mittleren Laufzeiten bezieht. Lange Maturitäten weisen hier zwar noch in absoluten Terms positive Renditen auf, handeln aber im Vergleich zur Swap-Kurve mit Abschlägen. Diese Abschläge schmerzen mittlerweile ebenfalls deutlich. Nicht genug das die allermeisten Wertpapiere nun unter Swap handeln, über den Einlagen-Floor verzichtet die Bank zusätzlich auf mindestens 35 BP Refinanzierungsvorteil. Die Steilheit der Zinskurve schmilzt dadurch auf 30 BP (!) ab.

Die Welt steht Kopf oder scheint zumindest aktuell etwas anders zu funktionieren. Der beschriebene Zustand der Anlagealternativen ist für Banken – zumindest für diejenigen mit Anlagebedarf ziemlich bescheiden.

Da so ziemlich jede Bank im Kunden- wie auch im Eigengeschäft mit gewissen „hochverzinslichen Bestandsabläufen“ zu kämpfen haben, trifft die aktuelle Situation so ziemlich jede Bank.

Verständlicherweise arbeiten am oder überprüfen nahezu alle Banken gerade ihr Geschäftsmodell. Interessant ist, dass eine relativ kleine Anzahl der Häuser zwischenzeitlich wirklich eingesehen hat, dass insbesondere das Kundengeschäft dringend und ernsthaft profitabilisiert werden muss. Ode,  wie hoch ist Ihr Zinskonditionenbeitrag denn wirklich?

Die Situation

Realistisch gesprochen dürfte zutreffen:

  • Der Zinskonditionenbeitrag Aktiv ist deutlich geringer als angenommen
  • Der Zinskonditionenbeitrag Passiv ist negativ
  • Der Strukturbeitrag schmilzt deutlich ab (und ist/ wird möglicherweise negativer)
  • In den Produktsegmenten herrscht eine nicht unerhebliche Quersubventionierung

Die Herausforderungen wie ich behaupte sind enorm. Letztendlich bleibt hoffentlich nicht die Frage offen, ob man die Herausforderungen sondern wie man sie erfolgreich meistert. Dies führt uns automatisch zur Frage, wie viel Zeit für eine erfolgreiche  Transformation eigentlich erforderlich ist.

Das erforderliche Zeitbudget determiniert dann automatisch den Handlungsdruck in Ihrer Gesamtbank- und Treasury-Steuerung. Wetten, der ist hoch?

Kommen wir zur Frage, was Sie letztendlich tun können. Was ist der kurz-, mittel- und langfristige Handlungsplan. Ich sehe dies  so:

Langfristig:

Die Kundenkonditionsbeiträge sind zu erhöhen – machen Sie lieber weniger Kreditgeschäft , dies jedoch mit deutlich  höherer Marge.

Auf der Passivseite lösen Sie sich von Ihrem starren Modell der gleitenden Durchschnitte. Das Modell funktioniert ohnehin nur in einer konstruierten Modellwelt. Dynamisieren Sie dieses Modell. Entwickeln Sie Ihre Passivprodukte weiter und verdienen Sie wenigstens Geld damit, solange die Gelder noch zur Verfügung stehen.

Der Strukturbeitrag ist ihr Sorgenkind. Ein zu hoher Strukturbeitrag macht die Aufsicht und den Wirtschaftsprüfer nervös und unterstellt letztendlich zu hohe Zinsänderungsrisiken. Ist die in den meisten Häuser als Residualgröße ermittelte Ertragsgröße zu gering, wird der Zinsüberschuss und letztendlich das Betriebsergebnis und damit das zukünftige EK belastet. Also, revitalisieren Sie Ihre Restgröße und erhöhen Sie Ihren Strukturbeitrag. Erachten Sie den Strukturbeitrag genauso wichtig wie Ihr Kundengeschäft. Entledigen Sie sich dem Begriff der Residual- oder Restgröße. Bestimmen Sie Verantwortlichkeiten zur Steuerung der Ertragsgröße. Es gibt Möglichkeiten.

Mittelfristig:

Da steh nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor. Die Langfristziele scheinen klar. Aber wie soll die ganze Komplexität angegangen werden?

Sie werden sich von Ihren bisherigen Modellen zumindest teilweise lösen oder diese zumindest teilweise anpassen müssen. Die Steuerung des Gesamtzinsbuches über 10jahres Gleitend ist zwar angenehm, aber nicht mehr zielführend. Entwickeln Sie neue Steuerungskonzepte. Teilen Sie Ihr Gesamtzinsbuch zumindest gedanklich auf und implementieren Sie fokussierte Steuerungsmodelle beispielsweise für Kunden- und Eigengeschäftsbank.

Folie4Im Zuge Ihrer Anpassungs- und Weiterentwicklungsoffensive werden Sie schnell an Ihre Grenzen stoßen. Fehlende Produkte, intransparente Prozesse, ungünstige Datenbasen und fehlende Ressourcen. Welcome in the Club. Hilft nur nicht. Anfangen!

Sie werden neue Produkte benötigen. Denken Sie hierbei nicht nur an komplexe Kundenprodukte (aus vertrieblicher Sicht). Fragen Sie nach dem Engpass, den Ihr Kunde verspürt. Hinterfragen Sie auch ihren aktuellen Instrumentenbaukasten im Eigengeschäft, welcher für die erfolgreiche Bewirtschaftung ihres Gesamtzinsbuches und Beherrschung der Risiken erforderlich ist.

Denken Sie hierbei an eine fokussierte Steuerung. Steuern und Bewirtschaften Sie ZÄR, ADR und Liquiditätsrisiken weitgehend getrennt. Jedes Steuerungsziel hat sein passgenaues Produkt. Vermeiden Sie also das Breitbandantibiotika. Steuern Sie fokussiert. Denken Sie auch an die Zukunft und in realistischen Szenarien.

Berücksichtigen Sie dabei alle ihre Produktionsfaktoren: Mensch, Maschine, Masse. Insbesondere ihren Human Resources kommen hierbei besondere Bedeutung zu. Motivieren Sie, Entwickeln Sie fachlich wie auch persönlich weiter, fordern Sie Verantwortungsübernahme.

Kurzfristig:

Wo ist Ihr Status Quo? Was sind die genauen Herausforderungen? Kennen Ihre Mitarbeiter die Situation und die Zielsetzung?

Beginnen Sie jetzt! Wie kommen Sie durchs kurze Gras? Gibt es schon jetzt Ideen und Ansatzmöglichkeiten im Kunden- und Eigengeschäft. Bestehen Möglichkeiten negative Zinsen zumindest im Eigengeschäft auszunutzen?

Immerhin beträgt der Abstand zwischen Geldmarktrefinanzierung und 10jährigen Zinsswaps 82 Basispunkte. Repo-Refinanzierungen haben sich zwischenzeitlich zwischen 40 und 50 BP eingependelt und bei ausgesuchten Bundesanleihen sind Reposätze bis auf minus 1,5% zu beobachten.

Die Zinskurve ist immer noch steil. Bestehen Möglichkeiten zur Absicherung von Reserven oder der Ergebnissicherung falls die Zinskurve weiter abflacht oder sogar invertiert?

Können Swaptions, Caps und Floors zur Stabilisierung der Situation zumindest übergangsweise eingesetzt werden? Bestehen Anlagemöglichkeiten in anderen Währungen unter Absicherung des Währungsrisikos?

Suchen Sie die Nadel im Heuhaufen.

Wie Sie dass alleFolie5s schaffen?

Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel, Weg – gehen Sie äußerst systematisch vor. Alle an einen Tisch und an einem Strang. Legen Sie das Silodenken ab und entwickeln Sie gemeinsam einen ersthaften Maßnahmenplan. Alles Theorie:? Fragen Sie mal Banken, die wir bisher unterstützt haben…

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Titel Blog 17 Bild neu

Blog 17| Geschenkt ist geschenkt und wiederholen ist gestohlen! – der Floor in Ihrem Zinsbuch

Mit dem Nullzins das Zinsbuch retten? Wird es jetzt langsam unglaubwürdig oder ist eine Lösung für Ihr Zinsbuch in greifbarer Nähe? Von Floors und Zinssensitivitäten in Ihrem Zinsbuch. Seien Sie gespannt!

Eine neue Ära hat begonnen. Der Null- & Negativ Zins hat Einzug in das Bank- und Kapitalmarktgeschäft erhalten. Was an dieser Stelle wie kalter Kaffee klingt, entpuppt sich bei genauerem hinsehen wie ich finde zu einer (r)echt interessanten Story. Doch der Reihe nach.

Im Zuge der tragisch, sorry der „Draghisch“ inszenierten Zinsentwicklung, haben zahlreiche Bank- und Finanzprodukte mittlerweile ein negatives (Zins)Terrain erreicht.

So handeln mittlerweile Geldmarktprodukte, Zinsderivate oder zahlreiche Anleihen am Markt mit negativen Renditen oder sogar mit negativen Nominalzinsen.

Negative Rendite vs. negativer Nominalzins

Während beim Umgang mit negativen Gesamtreturns -die Rendite eine bloße Funktion aus Nominalzins, Marktpreis und Endfälligkeit darstellt, ergeben sich hinsichtlich negativen Nominalzinsen allerdings ganz andere Fragestellungen.

So ergibt sich im Zuge einer negativ rentierlichen Investition der Gesamtertrag grob skizziert aus der Summe von Anfangsinvestition, laufenden Erträgen und Rückzahlungsbetrag.

Beim Vorliegen negativer Nominalzinsen stellt sich der Sachverhalt anders dar. In einem derartigen Umfeld ändert sich die Perspektive. So werden aus regelmäßig sicher geglaubten Zinseinkünften letztendlich Zinsaufwendungen, aus Zinsaufwendungen letztendlich Zinserträge.

Alles ist anders…

Wie auch bei Alice im Wunderland im Lande der weißen Königin scheinen die Prozesse rückwärts oder teils entgegengesetzt zu funktionieren. Verständlicherweise braucht man eine gewisse Zeit um sich daran zu gewöhnen. Doch auch mit ein wenig Umgewöhnung ist es nicht getan.

Der Markt ist fragmentiert und die Produkte scheinen unterschiedlich von negativen (Nominal)Zinsen betroffen. Eine Übersicht:

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Interessant sind insbesondere Produkte, die bisher negative Nominalzinsen (noch) nicht an ihre Investoren weitergeben. So zahlen Banken quasi unter Ignoranz der aktuellen negativen Marktzinssätze ihren Einlagenkunden immer noch 0,00%.

Die Banken gewähren ihren Kunden dadurch eine Mindestverzinsung und kapitalmarktfaktisch einen Floor bei 0,00%.

Im Kapitalmarktjargon hält der Einlagenkunde die Long-Position in diesem Floor, die Bank hingegen die Stillhalterposition.

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Szenariotechnisch versetzt die Bank den Kunden in die Lage -solange der Negativzins anhält- eine Nullprozent (Mindest)Verzinsung zu erhalten. Letztendlich verzichtet die Bank dadurch auf die Weitergabe eines Strafzinses zu Gunsten des Kunden.

Geschenkt ist geschenkt und wiederholen ist gestohlen?

Irgendwie ungünstig, dass die Bank durch Gewährung der Mindestverzinsung letztendlich die Stillhalterposition im genannten Floor ohne die Vereinnahmung einer Stillhalterprämie akzeptiert hat.

Noch viel ungünstiger ist, dass aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung der Rückkauf des ursprünglich „verschenkten“ Floors mittlerweile ziemlich teuer ist. So dürfte für einen Rückkauf in einem 5 jährigen 0%-Floor rund 2,50% Optionsaufwand (upfront) zu Buche schlagen. Bei 10 Mio. somit € 250.000. Dies entspricht etwa 50 BP (!) p.a. Über welchen Betrag an Einlagen verfügen Sie eigentlich?

Nichts sehen, nichts hören und schon gar nicht zurückkaufen?

Das Asset-Liability-Management wird demnach schwieriger. Während die Verzinsungen der Aktiva mit der Marktentwicklung einhergehen, können die Refinanzierungsmittel aufgrund des „gewährten Zins-Floors“ nicht nach unten angepasst werden, der Zinsüberschuss leidet.

Sind Einlagen ein großer Teil des Refinanzierungsmix wird dies sehr eindrucksvoll deutlich. Letztendlich bestehen die Handlungsalternativen:

  1. Weitergabe des Negativzinsen an den Kunden, dadurch Auflösung der Stillhalterposition im Floor – Schwierig, aufgrund aktuell noch nicht geklärter rechtlicher und prozessualer Hürden negativer Einlagenzinsen
  1. Rückkauf des Floors am Kapitalmarkt um vom Kontrahenten die Differenz zwischen Strike (0,00%) und dem aktuellen negativen Referenzzinssatz zu empfangen.
    – Nicht schwierig aber teuer. Bei einem Einlagenvolumen von 1-2 Mrd. würde dies eine ganze Menge kosten.
  1. Verzicht auf das Einlagenvolumen und Substitution der Refinanzierungsmittel am Kapitalmarkt – Aufwändig, Hinterfragung des Geschäftsmodells, regulatorische Auswirkungen

Wo Schatten da auch Licht…ist ihr Zinsbuch „long“?

Wie dargestellt hält die Bank gegenüber dem Kunden die Stillhalterposition im Floor mit Strike 0,00% inne. Barwertig und zinssensitivitätstechnisch bedeutet dies, dass die stillhaltende Bank mit jedem Basispunkt Zinsrückgang (in den negativen Bereich) sensitiver gegen sinkende Zinsen wird. (Bank wird shorter). Ürsächlich hierfür sind zuvor variabel und dadurch weitgehend zinsrisikoneutrale Einlagen, die sich aufgrund des Floors hin zu einer Festsatzpassiva mit deutlich positiver Zinssensitivität entwickelt haben. Die Einlage wurde quasi zur Shortposition in einem Zerobond. Es gilt also:

  1. Marktzinsen negativ – Einlage mit 0% Mindestverzinsung wird zur Festzinspassiva (Zero-Bond)
  2. Marktzinsen positiv – Einlage wird wieder „marktgerecht verzinst“ wird wieder zur zinsvariablen Passivseite

Treibt man das Spielchen weiter, ergeben sich verständlicherweise auch Auswirkungen auf die barwertigen Zinssensitivitäten und damit auf die Positionierung des Gesamtzinsbuches.

Ihr aktuelles Zinsbuch ist durch den impliziten Einlagen-Floor (positive Zinssensitivitäten) wahrscheinlich zu kurz positioniert. Prüfen Sie in jedem Fall ihre Gesamtrisikoposition. Möglicherweise ergibt sich durch die Floor-bedingten positiven Zinssensitivitäten ein Spielraum zur tendenziellen und damit zur Zinsüberschuss stabilisierenden Verlängerung der Aktivseite. Denken Sie aber an die vorhandene Nichtlinearität in Ihrem Zinsbuch. Hier solle sich im Rahmen eines Zinsanstieges die passivische Zinssensitivität wieder reduzieren. Floor2

…und welche Floors haben Sie (nicht)?

Interessant wird die Betrachtung des Gesamtzinsbuches bei der Ergänzung um weitere Produkte. Denken Sie hierbei vor allem auch an ihre im Floor1Aktivbestand befindlichen (ursprünglich) zinsvariablen Floater. Auch diese dürften mit ziemlicher Sicherheit mit einem impliziten Floor ausgestattet sein. Der Unterschied gegenüber ihren Einlagen ist, dass sie diesen Floor long sind. Sie also eine Festzinsposition in einem Zerobond halten. Im Ergebnis ist ihr Zinsbuch dadurch ceteris paribus länger positioniert. Außerdem denken Sie bitte an Ihre Assetswap-Packages, Collateral- Vereinbarungen und variablen b.a.w. Kredite.

Infolge der diversen Floors hat Optionalität und Nichtlinearität Einzug in ihr „normales“ und möglicherweise passiv gemanagtes Zinsbuch erhalten. Congratulation, die Anforderungen steigen oder ihr Ertrag implodiert. Damit stehen sie vor neuen Herausforderungen/Chancen bei der Steuerung und Bewirtschaftung ihres Gesamtzinsbuches.

Auch ohne Berücksichtigung zukünftiger regulatorischer Anforderungen aus den Guidelines der EBA und der des BCBS hinsichtlich Zinsrisiken im Bankbuch (Interest Rate Risk in the Banking Book) liegt im richtigen Umgang mit den Kundenoptionen ein Werthebel für Ihr Zinsbuch.

Next Level – Nichtlinearität

Folie2Die kostenfreie Gewährung der Optionen an den Kunden ist die eine Seite, die Abbildung im Gesamtzinsbuch als Voraussetzung zur korrekten Bewirtschaftung die Andere. Letztendlich gilt aber: Ohne adäquate Steuerung und Bewirtschaftung der übernommen Risiken wird sich der Zinsüberschuss wohl dem Vorzeichen der aktuell vorherrschenden Negativrenditen deutlich annähern…

Ihre Unterstützung – derivatexx | Praxis gelebt nicht doziert

Gerne helfen wir Ihnen im Rahmen eines Sparrings oder FachCoachings bei der Aufarbeitung der genannten Themenstellungen und bei der Analyse und Entwicklung von Lösungsansätzen hinsichtlich ihres Gesamtzinsbuches.Folie5

derivatexx Praxis gelebt nicht doziert. Bleiben Sie erfolgreich.

Einen Überblick über unser Beratungs- und Schulungsangebot finden Sie hier.

Blog 16 | Sommer, Sonne, Kaktus – keine Sommerferien für Ihr Zinsbuch

Nur noch ein paar Tage. Raus aus dem Office, den Sommer genießen.. Glückwunsch, die Ferien sind da, und Sie im Urlaub. Sorry, aber die Probleme in Ihrem Zinsbuch bleiben. Also Vorsicht die Bundesbank ist wachsam.

Auch in diesem Sommer werden sich die Herausforderungen in Ihrem Zinsbuch höchstwahrscheinlich nicht selbstständig in Luft auflösen. Im Gegenteil, es ist zu erwarten, dass der Ertragsdruck und die Nervosität zum Jahresende weiter ansteigen.

Grund könnte die nun angekündigte und neu aufgelegte Niedrigzinsumfrage der deutschen Bundesbank sein. So hat die Bundesbank kurz vor Beginn der Sommerferien angekündigt, das anhaltende Zinstief zum Anlass für eine erneute Umfrage über Ertragsbelastungen bei Deutschlands Banken zu nehmen.

Zur Erinnerung: Die Ergebnisse der im September 2015 veröffentlichten Niedrigzinsumfrage unter 1.500 Banken waren haarsträubend. So wurden bei anhaltenden Niedrigzinsniveau Ergebniseinbrüche von 25 zu 75% bei Banken prognostiziert Noch interessanter waren auch die direkten Äußerungen der Bundebank, dass ein etwaiges Aussitzen für das Management keine Option darstellt und Vorstände sich die Frage gefallen lassen müssen, welche Gegensteuerungsmaßnahmen sie zur Stabilisierung entwickelt und umgesetzt haben. Blöde wäre möglicherweise, wenn keine Gegensteuerungsmaßnehmen durch die Aufsicht festzustellen wären.

1+1 = 3 – das Bild wird klarer…

Auf das Ergebnis der nun bevorstehenden Umfrage darf nun wirklich gespannt sein. Etwas salopp formuliert, entsteht mit der zweiten Umfrage eine interessante Vergleichbarkeit hinsichtlich Zinsentwicklung und umgesetzten Maßnahmen zur Stabilisierung der Zinsüberschüsse.Folie2

Interessant dürfte sein, wie die Aufsicht mit Häusern umgeht, die keine, wenige oder unzureichende Maßnahmen umgesetzt haben.

Schlimmer gehts nimmer?

Betrachtet man das aktuelle Umfeld, kann einem die Lust auf den Sommerurlaub ja wirklich vergehen. Nachdem das Marktumfeld ja bereits im letzten Jahr von zahlreichen Marktteilnehmern als „Horror oder gelinde gesagt extrem herausfordernd“qualifiziert wurde, hat sich das Umfeld nochmals deutlich verschlimmert. Im Ergebnis hat sich das Zinsniveau nochmals um bis zu 80 BP reduziert und infolgedessen reduzierten sich auch die bei der periodischen Zinsüberschussplanung angewandten 1jahres-Schliessungszinssätze um bis zu 100 BP. Quasi echte Durchschlagskraft in der periodischen Zinsüberschussplanung.

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Dank Mario Draghi befinden sich auch die Spreadaufschläge von Unternehmensanleihen der einschlägigen Ratingklassen deutlich unter dem Niveau der 1. Buba-Umfrage. Von wegen Ausweichen in die Bonität?

Und nun..?

Natürlich können Sie nichts dafür, dass sich das Zins- und Spreadumfeld nochmals deutlich verschlechtert hat. Auch ist nachvollziehbar, dass derartige Entwicklungen die Ergebnissituation negativ beeinflussen. Immerhin kommen ja noch die Effekte aus der Wohnungsbaukredit Richtlinie und ein verändertes Kundenverhalten und eine gewisse Regulationswut hinzu.

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Am Ende wird man SIE fragen…

Am Ende des Tages wird man Sie aber trotzdem Fragen, welche Schritte Sie zur Beherrschung der Ertragsrisiken letztendlich unternommen haben. Hier sollten Sie zumindest eine Antwort und verschiedene umgesetzte Maßnahmenbündel vorlegen können. Wie regelmäßig in dieser Blog-Serie erläutert, setzt dies voraus dass Sie Ihre Probleme genau kennen.

Wann fehlt Ihnen, in welchem Szenario, wieviel Zinsergebnis, Risikotragfähigkeit und was sind die Risikotreiber? Erst dann können Sie gezielt Maßnahmen entwickeln. Das ganze dann bitte schnell. Kühn oder gar forsch beschrieben: Die Sommerferien dürften ausfallen.

Im übrigen geht es nicht darum, die Gaps heute zu den aktuellen Marktkonditionen zu schließen. Vielmehr sollten Sie einen Plan entwickeln, welche Maßnahmen sie in welchem Marktumfeld umsetzen. Und vor allem: Wer für die Umsetzung verantwortlich ist. Der Vorteil: Sie sind bereits Mental in der Zukunft angekommen und müssen ihre vorbereiteten en Maßnahmenbündel bei entsprechendem Marktzinsniveau nur noch umsetzen. Ein kleiner Tip: Nehmen Sie die Belegschaft heute schon mit. Motivation, Fachskills und Methodik sind hier kritischer Erfolgsfaktor.

Nun beginnen Sie mit dem Brainstorming einiger Ideen….

  • Nutzen Sie Swaptions zur Monetarisierung ihrer Wartezeit auf bessere Zeiten. Aktuell werfen die Prämien verhältnismäßig gute Returns ab.
  • Die Zinskurven sind weiterhin steil, empfangen Sie lang und zahlen sie kurz (Durationsgewichtung) und sie profitieren von einer Verflachung der Zinskurve. Außerdem sichern Sie ihr Negativszenario im Zinsüberschuss bei einer weiteren Kurvenverflachung ab . Periodisch verdienen Sie außerdem mehr, als bei einer risikoreicheren Long-Position.
  • Die USD-Zinskurve bietet immer noch Chancen. Warum nicht USD-Receivers zur Stabilisierung des Zinsergebnis beimischen? Über Swaps vermeiden Sie die Refinanzierungsrisiken im USD. Letztendlich steht nur Ihre Fristentransformationsbeitrag im Risiko.
  • Interessant und aktuell ziemlich en Vogue sind Negativ-Basis-Positionen im Credit-Bereich. Die gewöhnlich über ein Fondkonstrukt umgesetzte Strategie ist hier seit geraumer zeit sehr erfolgreich. Der Ansatz nutzt Unternehmensanleihen und Kreditderivate im Zuge einer Arbitrageüberlegung. Das ganze Adressrisiko-, Währungsrisiko- und Zinsänderungsrisikofrei. Mit Renditebeiträgen von bis zu 3% im aktuellen Umfeld wirklich nicht schlecht.
  • Ein Zinsanstieg hat zwei Seiten. Die Vermögensposition verliert und die Refinanzierungskosten steigen. Ein paar Gedanken zur langfristigen Absicherung der extremst günstigen Refianzierungskosten kann hier nicht Schaden. Möglichkeiten gibt’s genug….

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Auch im aktuellen Marktumfeld bestehen immer noch Handlungsoptionen um „durchs flache Grass“ zu kommen. Also handeln sie jetzt. So nutzen Sie die Zeit bis Ihre strategischen Maßnahmen beginnen zu greifen – Sofern Sie rechtzeitig ein Maßnahmenbündel umgesetzt haben.

Die Zeit drängt. Das     unterstützt Sie gerne. Immer mit dem Fokus Praxis gelebt | nicht doziert Kontaktieren sie uns.

 

Blog15 Titel

Blog Nr. 15 | Die Kalte Dusche – Just take Action – Ertragsoffensive für Ihr Zinsbuch

Seien Sie morgen früh Eiskalt: Gehen Sie ins Bad, ziehen Sie sich aus, drehen Sie die Dusche auf Eiskalt. Checken Sie ob die Temperatur wirklich Eiskalt ist. Ja Sie wissen was kommt, Sie werden nun einfach drunterstehen. Aber vorher, genießen Sie Ihren inneren Schweinehund der Ihnen erklärt wie blöde, ja wie sinnlos diese Übung ist.

Treten Sie jetzt unter Ihre Eisdusche, verweilen Sie ein paar Sekunden. Langsam wirdes angenehmer, und Sie fühlen sich aufgepumpt und sogar energetisiert. Yes, besser als je zuvor. (Und lassen Sie mich wissen ob Sie es getan haben!)

Jetzt geht´s ins Büro…

Schnappen Sie sich zunächst die Wertpapierbestände, das Zinsbuch und zerpflücken Sie die Daten und stellen Sie sich die Fragen Sie sich noch nicht oder noch nicht intensiv gestellt haben. Legen Sie sofort los und duschen Sie auch hier quasi eiskalt.You have to know...

Aus welchen Senioritäten und Verbriefungsformaten besteht das aktuelle Wertpapierportfolio. Analysieren Sie die detaillierte Fälligkeitsstruktur in den einzelnen Formaten, und hinterfragen Sie die Bestandsabläufe in Ihren einzelnen Laufzeitenbuckets.

Identifizieren Sie Ihre Wert- und Risikotreiber für Zins- und Bewertungsergebnis und machen Sie sich ein Bild über das Profil hinsichtlich Zins- & Credit-Spreadsensitivitäten, nicht zu vergessen des Rating-Profils.

Beantworten Sie die Fragen, nach der aktuellen und künftigen Entwicklung ihren stillen Reserven und Lasten, wie auch der möglichen Auswirkungen der Pull-to-Par-Effekte zum Jahresende. Aussagen über Repofähigkeit und Marktliquidität diskutieren Sie später.

Berechnen Sie für jede Einzelposition in Ihrem Eigengeschäftsportfolio die aktuelle Marktrendite. Leiten Sie jeweils den volumensgewichteten Renditeeinstand, für Ihr AuszugGesamtportfolio wie auch den einzelnen Jahresbuckets ab. Welchen genauen Ergebnisbeitrag liefert ihr Portfolio hinsichtlich: Zinsergebnis, Bewertungsergebnis, Total-Return-Ergebnis und wie viel Risikokapital wird dafür benötigt.

 

Breiten Sie Ihre Auswertungen vor sich aus und Beantworten Sie die Fragen:

  • Warum halte ich die vorliegenden Einzelpositionen im aktuellen Bestand
  • Würde ich in die aktuelle Position zur aktuellen Rendite sofort wieder investieren?
  • Worin liegt die Chance und das Risiko für jede einzelne Position?
  • Welche Gründe sprechen für das Halten oder für eine Veräußerung
  • Welche 5 Positionen wären sofort rigoros zu veräußern? Welche sofort verdoppeln?
  • Was sind die Hemmnisse dies nicht zu tun?
  • Welche Handlungsalternativen ergeben sich um 20% mehr Ertrag zu generieren?
  • Sicherlich ergeben Sich weitere Fragestellungen…
  • Wer trägt die Verantwortung für das Portfolio im Status Quo

Haben Sie wirklich den Mut oder besser gesagt die Muße die kalte Dusche einzuschalten, oder verlieren Sie bereits vor dem zur Seite schieben des Duschvorhangs das Spiel gegen Ihren inneren Schweinehund? Keine Zeit? Keine Ressourcen? Keine Datentransparenz?

Die meisten Strategien zur Überwindung des inneren Schweinehunds scheitern, weil sie nur die Verstandesebene ansprechen. Es geht aber um Gefühle. Also Tricksen Sie Ihren inneren Schweinehund einfach aus:

Hilfreich ist die „10-10-10-Regel“: Stellen Sie sich vor, welche Relevanz Ihr Entschluss „Beispilesweische Dusche oder Sofortige Portfoliooffensive“ in zehn Minuten, zehn Monaten und zehn Jahren für Sie haben wird. Das bewahrt Sie davor, Impulsen zu folgen, die Ihnen langfristig schaden.

Die Antworten könnten aussehen:

In 10 Minuten: Ich habe vollständige Transparenz über mein aktuelles Eigengeschäftsportfolio, ich kenne die Chancen und die Risiken, ich habe mir die wichtigste Voraussetzung zur Beherrschung und Bewirtschaftung der Risiken erarbeitet. Ich bin zu jedem Zeitpunkt auskunftsbereit und kann mich zu einem wichtiger Ansprechpartner für meinen Vorgesetzten entwickeln.

In 10 Monaten:
Im Zuge eines konsequenten Durchhaltens, einer systematischen Methodik , entwickeln Sie sich unvermeidlich weiter. So identifizieren Sie relativ Schnell Handlungsspielräume und entwickeln Handlungsoptionen und Alternativen. Sie haben eine hohes Problemverständnis und Sie wissen: „Das Problem zu erkennen führt automatisch zur Lösung.“ In diesem Kontext werden Sie Fachlich und Methodische Stärker, Ihr mein Eigengschäftsportfolio wird in 10 Monaten deutlich profitabler und resilienter bestehen. Ihre eigene Rolle wird gestärkt, Sie sind auf einem Guten Wege, Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen steigen…

 In 10 Jahren: Hier dürfen Sie 🙂

Warum diese Ausführungen? Ganz einfach! Das Zinsniveau ist niedrig, die Credit-Spreads ebenso. Die Welt wird volatiler, fragiler und mit hoher Wahrscheinlichkeit unberechenbarer.

Übersetzt auf Ihr Zinsbuch:
Noch ist die Welt in Ordnung, Mario Draghi verwöhnt die Kapitalmarktexperten via „All-You -Can-Eat““, die FED geht nur wohldosiert an die Baustellen einer Zinserhöhung und die Konjunktur läuft noch ziemlich rund. Kreditrisikovorsorge ist „Out of Sight“ und das Politische Gefüge scheint derzeit nicht überschwänglich, aber dennoch noch o.k.

Doch möglicherweise wird die Zeit knapper: Die aktuellen Marktverwerfungen im Rahmen des Brexit haben gezeigt, was passiert wenn sich Einschätzungen (digital) ändern und zahlreiche Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß verwischt werden. Aktuell war´s der Brexit und Morgen? Neuwahlen? Drexit, Spexit? MREL? Ende QE? Bankenpleite… this Time is different? Never!

Treasury Analytic Toolkit

Also nutzen Sie die Gunst der Stunde und gönnen Sie sich umgehend die eiskalte Dusche in den tiefen Ihres Portfolios. Die Wirkung wird überaus energetisch sein. Versprochen.

Gerne drehen wir Ihnen das eiskalte Wasser auf und wecken Ihren inneren Schweinehund. Wir zeigen Ihnen wie Sie methodisch und fachlich vorgehen können und ordnen und bewerten mit Ihnen die Ergebnisse – so dass Sie Fit(ter) for Future werden.

Hierfür bieten wir:

  • Bilaterale FachCoachings– Working Learning Training – Nur Sie und der FachCoach
  • Unser Praxisworkshop –  Treasury Analytic Toolkit© – So bewirtschaften Sie ihr Zinsbuch

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Sprechen Sie uns an und bleiben Sie erfolgreich!

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Blog Nr. 14 | Treasury 4.0© – Das Treasury ist tot, es lebe das Treasury!

Mit schöner Regelmäßigkeit tickern Warnungen diesmal vom ehrenwerten Bundesbankvorstand Andreas Dombret durch die Gazetten: „Niedrigzinsen und die zunehmende Digitalisierung setzen den Kreditinstituten nicht nur in Deutschland zu“. Dombret sieht dringenden Handlungsbedarf und erwartet für nicht wenige Kreditinstitute einen heißen Sommer. Hintergrund sei die starke Abhängigkeit vom Zinsrisiko und die Profitabilitätsschwäche.

Ja wir wissen es! Disruption durch Null- & Niedrigzins, niedrige Spreads und geändertes Kundenverhalten.

Gibt es einen Ausweg?

  • Aussitzen? Verbietet die Bundesbank.
  • Weglaufen? Funktioniert nicht!
  • Wegdiskutieren? Klappt schon seit 20 Jahren nicht!

Klar ist, eine Lösung muss her! Schnell! Sofort und profitabel. –
Wie wär’s mit Treasury 4.0?

Industrie 4.0 und Treasury 4.0 ©

Außerhalb der Bankbranche schreiben im Zuge von Industrie 4.0 schon heute Maschinen Zeitungsartikel, steuern Fabriken, bestellen Ersatzteile, und operieren sogar Menschen im Krankenhaus. Mittlerweile beginnt die „künstliche Intelligenz“ sogar zu denken und entwickelt sich quasi selbst.

Keine Angst, Treasury 4.0 beschreibt nicht die Bewirtschaftung der Risiken über Maschinen und künstliche Intelligenz. Vielmehr beschreibt Treasury 4.0 die Transformation vom Depot A Manager/ Händler hin zum Treasury als Wertreiber einer integrierten Gesamtbanksteuerung.

Zur Erinnerung:

  • Industrie 1.0: Die Dampfmaschine als Motor
  • Industrie 2.0: Akkordarbeit am Fließband
  • Industrie 3.0: Automatisierung durch Computer
  • Industrie 4.0: Digitalisierung & Vernetzung

Disruptive Entwicklungen hat es also immer schon gegeben, so wurden in der Vergangenheit regelmäßig Produkte, Dienstleistungen und Prozesse von neuem verdrängt. Interessant ist aber, dass trotz der knallharten Herausforderungen in Kreditinstituten das Treasury nebenher bzw. in der Version 1.0 gelebt wird.

TREASURY 1.0 – ENE MENE MU … UND RAUS BIS DU

Die Begrifflichkeit Finanzsteuerung trifft es wohl besser. Liquiditätsüberschüsse müssen veranlagt bzw. Liquiditätsbedarfe gedeckt werden. Zudem existiert ein gewisses Depot A als Liquiditätsreserve welches „betreut“ werden muss. Irgendjemand muss es ja schließlich machen. Was liegt da näher, einen Wertpapierberater auf das Thema zu setzen. Entscheidungen werden ohnehin direkt vom Vorstand gefällt.

 TREASURY 2.0 – DAS GREMIUM WIRD’S SCHON RICHTEN

Mit zunehmenden regulatorischen Anforderungen (z.B. Einführung der MaH’s) wie auch erhöhte Komplexitätsgrade z.B. Replikationsmodelle im Einlagengeschäft, Strukturierte Produkte implementierten zahlreiche Häuser diverse Steuerungsgremien (Aktiv-Passiv-Gremium, ALCO, Dispo-Ausschuss, etc.). In der Regel wurden die Gremien mit Entscheidungskompetenz ausgestattet, so dass zahlreiche Themenstellungen an die Gremien delegiert werden können. Der Hauptfocus des Treasury oder des Handels umfasst im Wesentlichen die Umsetzung der Gremienents
cheidungen hinsichtlich Eigengeschäft. Schwerpunkthema war die Disposition des LZB-Kontos und Erfüllung der Mindestreseverpflichtungen.

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Im Ergebnis ist das Gesamtzinsbuch ist passiv auf 10 Jahre gleitend ausgerichtet, die restliche Verantwortung ist an das monatlich tagende Aktiv-Passiv-Gremium delegiert. Umsetzungen erfolgen erst nach genauer Diskussion und Auftragserteilung durch das Gremium. Natürlich umgehend, denn wer will sich schon gerne sagen lassen, ihm wäre der Markt weggelaufen. Timing Adieu.

Die Ausführung wird dann intensiv durch die Marktfolgeeinheit überwacht. Unverzügliche Erfassung, Marktgerechtigkeit und Limitkonform.

Der Vollständigkeitshalber seien noch die Einheiten in Finance genannt, die im Nachfolgeprozess das ganze buchen und irgendwie kommentieren dürfen. Willkommen im Treasury 2.0.

TREASURY 3.0 – EIN SCHRITT IN DIE RICHTIGE RICHTUNG

Mit zunehmenden Ertragsdruck und notwendig gewordenen zahlreicher neuer Produkte (Derivate, Repo´s, Verbriefung, Kundenoptionen, etc.) entwickelt sich die Vorläufer des Treasury sukzessive zu einer Treasury-Einheit. Treasury übernimmt in Stufe 3 endlich Verantwortung für die operative Liquiditätssteuerung, und das Management des Depot A. Neue regulatorische Anforderungen (Bankenrichtlinie, LiqV, Besicherungen, Zinsschock) erfordern einen stärkeren Austausch mit anderen Abteilungen und Schnittstellenbereichen. Es erfolgen sukzessive Einbindungen von Treasury in den Themenstellungen Funds-Transfer-Pricing, Besicherungen, Gleitzinsthemen, Absicherung, etc. Es erfolgt die Erkenntnis, dass die Delegation sämtlicher Themenstellungen an die Gremien zeitaufwändig und dadurch teuer ist. Es erfolgt ein vorsichtiger Aufbau von Ressourcen in Treasury. Verantwortlichkeiten werden vergeben. Sicherstellung der Liquidität, Management des Depot A, Absicherung Vertriebsmarge & Generierung von Risikomargen. Die richtige und notwendige Richtung.

TREASURY 4.0© – ALTERNATIVLOS

Der Ertragsdruck aufgrund Niedrig- und Nullzinsumfeld ist enorm angestiegen. Regulatorische Anforderungen limitieren den Handlungsspielraum massiv und erhöhen zudem den Kostendruck. Das geänderte Kundenverhalten (digitaler & finanzrationaler) erfordern Schnelligkeit, Flexibilität & Innovationskraft“. In jedem Falle wird ein sehr hohes Maß an einer integrierten Gesamtbanksicht erforderlich.

Letztendlich erfordern die externen Autoritäten ein tiefgreifendes Verständnis über das Bank- & Kundengeschäft, der regulatorischen Anforderungen (ja auch außerhalb der LCR) , interner (Risiko)Modelle, und der Bewirtschaftung und Steuerung der verschiedenen Risiken.

Es lebe das Treasury – seien Sie dabei

Die Zeiten in denen Treasury mit Handel gleichgesetzt wurden sind deshalb endgültig vorbei. Das Kreditinstitut benötigt einen technisch versierten Spielemacher, der die Gesamtzusammenhänge versteht und pro aktiv Lösungsalternativen aus seinem Erfahrungsschatz entwickelt, zur Entscheidung bringt und umsetzt.

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Wer kann dies leisten? Die Antwort steht fest:

Bereits in der dualen Banksteuerung, übernimmt Treasury die Risiken und hat die Verantwortung die Konditionenbeiträge zu sichern. Daneben generiert Treasury Risikomargen aus der Zinsfristen-, Bonitäts- und Liquiditätstransformation. Kenntnisse hinsichtlich Transferpreise, Risikomanagement und Produkten sind vorhanden. Treasury besitzt Marktzugang, und die Instrumente zur schnellen Umsetzung und Bewirtschaftung. Beste Voraussetzungen für Stufe 4.0.

Im Treasury 4.0 ist Treasury „Die Spinne im Netz“ und vertritt kompromisslos die integrierte Gesamtbanksicht. Dies bedeutet, nicht etwa die persönlichen Verwirklichung des Treasurers und Transformation zur Investmentbank, sondern die massive Unterstützung des Geschäftsmodells. So wird das Depot A zum Residual des Geschäftsmodells – also nur Mittel zum Zweck um bilanzielle Gaps oder Risikobudgets auszusteuern. Im Ergebnis müssen die Bestände professionell bewirtschaftet und nicht nur “verwaltet” werden. Aufgrund der bilanziellen und regulatorischen Anforderungen wird die fokussierte Bewirtschaftung und Steuerung der Resource Risiko unabdingbar. Immerhin ist der Ertrag von Heute, das Eigenkapital von morgen, die Freiheitsgrade von übermorgen. Zur fokussierten Steuerung sind natürlich die entsprechenden Instrumente notwendig und ggf. zu implementieren. Elementar erscheinen hier die Produkte, welche zur Steuerung der Gesamtbankrisiken (also auch Kundenverhalten, Liquidität und Zinsänderungs- & Creditsrisiko) eingesetzt werden können.

Für die Kritiker unter Ihnen sei angemerkt, dass Funktionstrennung von Markt- und Marktfolge natürlich zu jedem Zeitpunkt ein muss.

Risiken bewirtschaften und beherrschen

Die Zielsetzung „Vermeidung der Risiken“ wird künftig ziemlich sicher dem Fokus: „Zu jedem Zeitpunkt die Risiken beherrschen“ weichen. Anderweitig ist hier kein Staat zu machen.

Die Risiken stets beherrschen, kann nur wer die Risiken kennt und die richtigen Steuerungsimpulse erhält. Als elementarer Bestandteil der Risikosteuerung sind Transferpreise und vor allem der richtige und konsequente Einsatz zur Ergebnisaufspaltung nicht nur wichtig sondern elementar. Da Treasury die Risiken zum Transferpreis übernimmt, spricht auch hier TR ein Wörtchen mit. Genauso wie beim Zinsüberschuss, Zinsbuch, Kundenprodukte, und, und, und…

Und wo bleiben Sie?

Vielleicht sind die einzelnen Evolutionsstufen hart geschnitten und etwas überzeichnet. Klar ist, dass ein „wie bisher“ als Option künftig nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Zu eng sind die Resourcen, zu hoch sind die Kosten, und zu hoch der Ertragsdruck.

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Wie erreichen Ihren nächsten Entwicklungsschritt hinsichtlich Fachlicher Skills, Motivation, Problemerkennung, Entwicklung von Handlungsoptionen, etc. in Richtung 4.0?

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Wie bieten mit unseren bilateralen FachCoaching oder Praxisworkshops „ Treasury 4.0“ unterschiedliche Maßnahmenpakete.

Im Rahmen des bilateralen FachCoaching oder eines Praxisworkshop zum Treasury 4.0 entwickeln wir mit Ihnen Handlungsoptionen im aktuellen Marktumfeld oder Entwickeln Sie konkret zum Treasurer 4.0.

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Was Sie dafür brauchen?

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BLOG 13| Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom|beginnen Sie mit der Zinsbuchrettung -Jetzt-

Sie kennen die Redewendungen, dass bekanntlich nur tote Fische mit dem Strom schwimmen? Oder, dass Schäfchen sich gerne in der Herde aufhalten, am Ende aber dummerweise geschlachtet werden? Und dann wäre da noch der Ausdruck des Beamtenmikado, wer sich zuerst bewegt, verliert.

Alles nicht neu? Und ohnehin nur Sprüche? Wirklich? – Da wäre ich mir nicht so sicher.

Die „Null & Zero Bank“

Betrachten wir die natürlich rein fiktive und erfundene „Null & Zero Bank“ ein wenig genauer. In bester Gesellschaft kämpft das Kreditinstitut den Kampf um immer steigende Folie4regulatorische Anforderungen hinsichtlich EK-Bedarf, Risikosteuerung und Meldewesen. Der mittlerweile finanzrationale Kunde macht was er will – nur nicht das was der Bank guttut. Und Super-Mario zerschießt das gesamte Marktumfeld- in eine Nullzins und Spreadwüste. Zinsdefekt wohin das Auge reicht. Definitiv keine gute Ausgangslage für Banken und derer Treasury-Abteilungen.

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Kühn oder gar Forsch formuliert, befinden befinden sich also zahlreiche Treasury-Mitarbeiter, Zinsbuchbeteiligte und Depot A-Verantwortliche inkl. Vorstände in einem Zustand zwischen Ratlosigkeit, Schockstarre und Resignation. Es scheint beinahe so, als scheinen sämtliche Möglichkeiten zur Ertragsgenerierung, Zinsüberschuss-Stabilisierung und Risikobewirtschaftung ausgereizt. Intensive Debatten mit anderen Häusern bestätigen dies. Einige stellen deshalb sogar die Assetklasse Zins in Frage. Das Ende vom Lied: Kollektives Nichtstun, Jammern, Frustration – der Beginn des Niedergangs.

Also: Haben sie ne Idee? Glauben Sie mir die haben Sie:
„Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe.“ Sie sind kein toter Fisch

derivatexx | simplify financial markets – Praxis gelebt | nicht doziert!

Gerne skizzieren wir Ihnen nachfolgend ein paar unserer in verschiedenen Banken und Kapitalsammelstellen erarbeiteten und mit uns gemeinsam umgesetzte Lösungsansätze und Handlungsoptionen. Gemäß dem Motto: Praxis gelebt| nicht doziert identifizieren wir im Rahmen von Praxisworkshops, bilateralen FachCoachings oder mittels interimistischen
Einsätzen Ihren Handlungsbedarf, erarbeiten Lösungen und setzen mit Ihnen gemeinsam um. Quasi: Erhöhung ihrer eigenen Schlagkräftigkeit.

Beispiel I:
Depot A/ Eigengeschäftsportfolio

Ausgangslage: Das Eigenegeschäftsportfolio, die Liquiditätsreserve, das LCR-Portfolio sowie ein gewisses „Kreditersatzgeschäft“ haben in Größe und Zusammensetzung sukzessive eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Die vorhandenen Rahmenbedingungen wie Ausgestaltung der Anlagelinien, Strukturlimite, Ratingklassen, wie auch Rendite- und Spreadniveau, und Beleihbarkeit beeinflussten die Portfoliodiversifikation deutlich.

Fragestellung: Zu beantworten war die Fragestellung inwieweit im Zuge der Eigengeschäftsoptimierung verschiedene Handlungsbedarfe zur Ertragsstabilisierung, Renditeoptimierung unter dem Blickwinkel einer integrierten und ertragreichen Gesamtbanksteuerung bestehen. Das ganze unter dem Fokus des aktuellen Marktumfeldes und schnell wirkenden Massnahmen.

Umsetzung: Im Rahmen verschiedener zwischen den Abteilungen Treasury, Finance, Controlling durchgeführter Praxisworkshops und FachCoachings wurde die aktuelle Ausgangslage diskutiert und gemeinsam erarbeitet. Gegenstand dieser Phase waren u.a. Diskussion sämtlicher bekannter Einflussparameter wie Wertpapierbestände; Zinsüberschusssimulationen, Risiko- und Regulationsparameter. In Phase II und III erfolgte die Problemerkennung und Zielsetzung um dann in Phase IV gemeinsam mit allen Beteiligten verschiedentlichste und noch unbewertete Handlungsoptionen zur Lösung zu erarbeiten.

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Im genannten Beispiel ergaben sich zahlreiche Handlungsoptionen zur Profitabilisierung des Depot A bei gleichzeitiger Reduzierung des Investitionsvolumens. Im Ergebnis ergaben sich Ausstrahl- und Entlastungseffekte in der LCR-Steuerung bei gleichzeitiger Reduzierung der Auslastungsgrade im Adressrisiko. Der Ansatz der integrierten Gesamtbanksicht bei der Erarbeitung der Handlungsoptionen, konnten weitere ertragsoptimierende Maßnahmenbündel auch unter Berücksichtigung des Kundengeschäfts umgesetzt werden.

Wesentliche Stellhebel waren: Größe und Zusammensetzung des Eigengeschäftsportfolios, Haftungs- und Laufzeitendiversifikation, Zins-, Marktliquiditäts- und Kapitalbindung des Eigengechäftsportfolios, Einführung einer integrierten und fokussierten Steuerungsphilosophie, Verhältnismäßigkeit Eigengeschäfts- vs. Kundengeschäftsportfolio, Institutsspezifische Rahmenbedingungen hinsichtlich struktureller Transformationsbeiträge,

Optimierung/ Entschlackung/ Anpassung der aktuellen Produktkataloge
Stärkung fachlicher Skills und Umsetzungsmethodik

Beispiel II
Ausweitung der Assetklassen um Aktien

Ausgangslage: Die Aktie ist der neue Zins? Wie kann eine Ergänzung/ Ausweitung der bisher „Fixed-Income-fokussierten-Assetklassen“ in Richtung Aktie erfolgen. Institutsspezifische Rahmenbedingungen insbesondere Risikotoleranz und Erfahrungskurve/ Handling) sind zu beachten.

Umsetzung: Im Zuge einer ähnlichen Vorgehensweise wie im Beispiel 1 erfolgte zunächst die Fokussierung auf die Problemerkennung und den Abgleich der Zielsetzungen. Fragestellungen, warum Aktieninvestments, regulatorische Wirkungsketten und Fragestellungen nach der wirklichen Risikotoleranz und Durchhaltefähigkeit wie auch betriebswirtschaftliche „Wunschvorstellungen“ standen hier an der Tagesordnung. In einem weiteren Schritt folgte die Aufarbeitung fachlicher, regulatorischer, prozessualer und methodischer Fragestellungen. Immer mit den Beteiligten Treasury, Finance, Controlling.

Nach Einwertung der Gesamtgemengelage erfolgte wiederum die Erarbeitung zahlreicher zunächst grundsätzlicher Handlungsoptionen zur Umsetzung der Erweiterung der Assetklasse. So wurden hier die verschiedenen Produktausgestaltungsmöglichkeiten diskutiert: Einige Auszüge waren:

Long Only, Abgesicherte/ Protection Put-Strategie, Covered Call-Writing, Dividenden-Strategien. Wandelanleihen, Investition in Aktienanleihen oder Discount-Zertifikate.

Nach Bewertung der einzelnen Handlungsalternativen, hinsichtlich Wirkungsketten, Risikobeherrschung, Erfahrungen, Umsetzbarkeit, erfolgte die Festlegung und Entscheidungsvorbereitung. Umgesetzt wurden die Investition in dividendenstarken Aktien-Anleihen, und Protection Put-Strategie. Immer im Fokus: Die Risiken müssen zu jeem Zeitpunkt beherrschbar bleiben.

Weitere Projekte waren:

  • Die Einführung von Credit-Default-Swaps – Vermeidung illiquiditätsprämien und Generierung optimierter Ertragsanspruch aus Adressrisiko
  • Profitabilisierung des Gesamtzinsbuches durch Einsatz von Swaptions – Monetarisierung wiederkehrender Steuerungsmaßnahmen, Ausnutzung Volatilitätsprämien
  • Ausnutzung ausländischer Zinskurven zur Stabilisierung des periodischen Zinsüberschusses (bei Eliminierung FX-Risiko)

Hübsch ist anders – Jetzt erst recht!

Die Gesamtgemengelage ist alles andere als hübsch. Wie ersichtlich existieren noch zahlreiche Handlungsoptionen und Handlungsalternativen um durchs „flache Grass“ zu komemn. Letztendlich müssen Sie diese nur finden. Voraussetzung ist, dass Sie ihr Problem kennen. Nur dann gelingt die fokussierte und zielgerichtete Beseitigung.

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Glauben Sie mir. Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe! Sie sind kein Fisch Bleiben Sie erfolgreich!

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DB BLOG12

Blog 12 | Vom Suppenkasper und Ihrem Depot A – 5 interessante Ansätze im Niedrigzinsumfeld

 

Sie kennen die Geschichte vom Suppenkasper? Das Stück erzählt von einem zunächst sehr wohlgenährten Jungen, der seine Suppe einfach nicht essen will. Ohne die nahrhafte Suppe verliert er aber jeden Tag an Gewicht und erleidet letztendlich den Hungerstod.

„Ich esse keine Suppe! Nein! Ich esse meine Suppe nicht!, Nein, meine Suppe ess ich nicht!“.Suppenkasper

Na ja warum der kleine Junge seine Suppe nicht essen wollte wird in der Erzählung aus dem frühen 19. Jahrhundert nicht näher ausgeführt. Es scheint aber so, als dass ihm die Suppe wohl nicht schmeckte bzw. er aus Prinzip die Suppe ablehnte. – Eine Bankenanalogie?
Was hat der Suppenkasper mit Ihrem Depot A oder Ihrem Gesamtzinsbuch zu tun? Na ja, zwar bewirtschaften Sie Ihr Zinsbuch nicht mit Suppe, doch auch für ihren Strukturbeitrag ist eine gewisse Nahrung in Form von Zins, Kurvensteilheit, Credit-Spreads – letztendlich Ergebnisbeitrag elementar. Ohne diese „Grundnahr
ngsmittel“ dürfte ihrer Bank langfristig das gleiche Schicksal wie dem Suppenkasper ereilen.

Kurz gesagt: Auf dem gedeckten Bankentisch stehen gerade Nullzins, historisch niedrige Credit Spreads und negative Kurzfristzinsen. Diese mögen Sie nicht. Sie befinden sich außerdem in bester Gesellschaft und versuchen über selektive Durationsverlängerungen und sukzessive Bonitätsverschlechterungen der Niedrigertragslage zu entkommen. Nicht nur Ihre Risikotragfähigkeit und die Regulatorik bringen Sie nunmehr mit diesen Ansätzen an die Grenzen. Die Erträge sind einfach zu gering.

Im stillen Kämmerlein fragen Sie sich womöglich ob die Assetklasse Zins im aktuellen Umfeld überhaupt noch einen Wert hat, oder ob Sie besser auf andere Assetklassen ausweichen sollten. Doch schnell verwerfen Sie diese Hirngespinste wieder, da Ihnen klar ist, dass es ohne die Assetklasse Zins nicht geht. Auch der Vorstand dürfte nicht begeistert sein. Also verwerfen Sie Ihre Ausschweifungen schnell.

Besser als die Alternative – Probiere von der Suppe!

Aber warum nicht einmal ein wenig Quer denken? (Vgl. auch Blog 10) Ausgetretene Pfade verlassen und dort hingehen „where the magic happens?“ Es bedeutet ja nicht, dass Sie ihr gesamtes Depot A nun veräußern und umbauen müssen. Vielmehr können doch auch interessante Assetklassen oder Ansätze beigemischt werden. Lassen Sie sich überraschen und lesen Sie weiter….

Denkanstoß I:
Government Bond Strategie – der systematische Kapitalumschlag als Assetklasse

Die aktuellen Bondrenditen sind niedrig oder negativ. Eine Buy- & Hold Strategie rechnet sich nicht mehr. Carry und Roll-Down sind eher gering. Alles in allem ist das Risk-/ Return-Profil sehr ungünstig. Verständlich, denn bei einer aktuellen Rendite 10jähriger Bunds von 0,30% p.a. ist der Jahreskupon bereits bei einem Zinsanstieg von 2 BP aufgezehrt. Na ja, es gibt sicher Besseres.DA1

Neben Buy & Hold stellt m.E. auch der Kapitalumschlag eine interessante Assetklasse dar. Bevor Sie das Ganze nun unter Zockerei abschmettern, empfehle ich: Durchhalten und weiterlesen.

So bietet ein systematischer Kapitalumschlag interessante Chancen. Schlüssel sind hier sogenannte Daten-Analyse-System-Ansätze. Im Zuge einer solchen Vorgehensweise erfolgen die Positionierungen über ein systematisches Handelssystem, das beispielsweise darauf ausgelegt ist, von wöchentlichen und täglichen Preisbewegungen in ausgewählten Zinsmärkten (z.B. Bund-Future, T-Note, etc.) zu profitieren. Plump gesagt: Simple, Transparent und Liquide.

Solche Handelsmodelle auf einem quantitativem Daten-Analyse-System, das auf Basis der gewählten Intervalle Long-, Short- oder Neutral-Positionen in den 3 Zinsmärkten eingeht. Unterschiedliche Modelle innerhalb des Handelssystems führen zu einer Glättung der Performance. Je nach Modell erzielen Sie dadurch der Zinsentwicklung unabhängige stabile Renditen.

Das untersuchte Handelsmodell– mit Gleichgewichtung auf Bund-, T-Note- und Gilt Future – erzielte in den letzten Jahren jeweils Performance-Beiträge zwischen 7,5% und 20%. Negative Jahresergebnisse wurden bisher vermieden.

Wie gesagt, Sie sollen nicht Ihr gesamtes Zinsbuch über das Handelsmodell oder gar den Bund-Future abbilden, aber eine Beimischung über ein Managed Account, Fonds im wäre doch ein paar Gedanken Wert. Die Fondslösung bietet hier eine hohe Flexibilität und bilanzielle Beweglichkeit. Neugierig geworden. Kontaktieren Sie uns gerne…

Denkanstoß II:
Aktien – Dividenden sind der neue Zins – wenn nur das Risiko nicht wäre

Im Kontext des Niedrigzinsniveaus wird in immer mehr Banken auch die Aktie diskutiert. Im Kontext guter Konjunktur, im Vergleich zu Anleihen eine hohe Dividendenrendite und letztendlich mangelnder Anlagealternativen drängen sich Aktien auch in Banken schon beinahe auf. So wurden zwischenzeitlich sogar die Restriktionen im Bausparkassengesetz hinsichtlich Aktieninvestments gelockert.DA2

Damit richtet sich der Blick verstärkt auf (dividendenstarke) Aktien. In etlichen Fällen werden hier Dividenderenditen von bis zu 6% erzielt.

Bedauerlicherweise kauft man sich mit der begehrten Ausschüttung auch das Marktpreisrisiko der Papiere mit ein. Nicht erst seit dem Jahresanfang wissen wir, dass es schnell auch mal in die falsche Richtung gehen kann. Gerade vor dem Hintergrund bereits stark gestiegener Aktienkurse – bei immer noch hohen Dividendenrenditen scheint eine „Long-Only-Strategie“ risikobedingt eigentlich auszuscheiden. Zwar präferieren zahlreiche Assetmanager die Strategie, doch unter Risk-return-Gesichtspunkte sollte hier Vorsicht walten. „Großanleger fürchten Extremrisiken – schützen sich aber zumeist nicht“, so die Erkenntnis aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage von Allianz Global Investors. Grund sei die vorherrschende Meinung, dass Tail-Risk-Management zu teuer sei.

Nun zu Ihnen: Investieren Sie in (dividentenstarke Aktien) aber sichern sie die Extremrisiken ab. Gelingt eine Vermeidung der Extremrisiken, erreichen Sie auch mit einem gehedgten Portfolio veritable Renditen von 5,00% p.a. Was Sie tun müssen? Sie implementieren ein einfaches aber kontinuierliches Absicherungsmodell via. Puts und Calls. Nicht nachvollziehbar? Kontaktieren Sie uns. Es funktioniert.

Denkanstoß III:
Das Corporate Portfolio ohne Bonitätsrisiko? – Do the Basis

Die bisherige Teilantwort auf einbrechende passivische Konditionenbeiträge waren plump gesagt die Erhöhung der Portfolioduration und die Qualitätsverschlechterung des Portfolios. In diesem Zusammenhang erfolgte die sukzessive Beimischung von Unternehmensanleihen in den Eigengeschäftsportfolien. So weit so gut. Nur die zuletzt, durch die ECB verkündete Ausweitung ihre mittlerweile relativ abgedrehten Maßnahmen erschwert die Lage weiter.DA3

So möchte die EZB nun auch zahlreiche Unternehmensanleihen im Rahmen Ihres Kaufprogramms auf die Bücher nehmen, was zu weiteren Spreadrückgängen und einer weiteren Iliquidisierung des Segments führen dürfte. Die Verwerfungen am Markt für Corporate-Anleihen machen sich auch hier einige gewiefte Portfoliomanager zu nutze. Sie nutzen nämlich die Credit Basis – also die Differenz zwischen Corporate Bond und Credit Default Swap aus. Und nur diese! Zinsänderungsrisiken, Bonitäts- und Währungsrisiken sind ausgeschlossen. Aufgrund einer relativ hohen Umschlaghäufigkeit werden hier Returns von bis zu 3% p.a. erzielt. Hört sich doch gar nicht so schlecht an, oder? Questions? Gerne…

Denkanstoß IV:
Immobilien ja – Illiquidität Nein – der ETI

Neben der Investition in Offene und geschlossene Immobilen Fonds beteiligen sich immer mehr Kreditinstitute aufgrund des Zinsdilemmas auch direkt an größeren Immobilien- oder Gewerbeprojekten. Mit allen Chancen und Risiken.

Relativ neu am Investorenhimmel sind sogenannte ETI´s. Ähnlich wie bei einem Direktinvestment beteiligen Sie sich auch an einem Immobilienportfolio, aber eben eher indirekt. So investiert das ETI nicht in die Immobilie selbst, sondern zeichnet dinglich DA4besicherte Anleihen (ähnlich eines Pfandbriefes) direkt von der Objektgesellschaft. Der Kupon der Laufzeit orientiert sich an den Mieterträgen und den Bewertungsgewinnen der zugrundeliegenden „Investments”. Die bisherige Wertentwicklung von rund 5% p.a.
verspricht hier einiges.

Denkanstoß V:
Know – How – Gewusst wie! – das beste Asset sind Sie selbst

Die Zeiten sind ungemütlich. Die EZB agiert mittlerweile mehr als unkonventionell und langsam geht’s an die Substanz. Das Top-Management oder Ihre Führungskraft verlangt von Ihnen den vollen Einsatz und Ideen wie die Risiken beherrscht werden können. Vor lauter operativer Hektik fehlt Ihnen die Zeit und ein erfahrener Sparringspartner der Sie unterstützt und die Thematik mit Ihnen angeht. Nutzen Sie doch ein FachCoaching oder einen Interim-Einsatz von derivatexx um sie schnell weiter zu bringen. Praxis gelebt nicht doziert!DA5

Zugegebenermaßen stellen die o.a. „Ansätze“ nicht unbedingt das Kerngeschäft einer Bank dar, doch handelt es sich auch nicht um Denkanstöße die völlig abgedreht oder gar verwerflich sind. Vielmehr können sich für Sie Handlungsoptionen ergeben welche Sie möglicherweise durchs flache Gras bringen können. Also: Essen Sie ihre Suppe!

Haben Sie Fragen zu den vorgestellten Handlungsoptionen und Handelsansätzen? Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung.

Bleiben Sie erfolgreich

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